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 Ein kleiner Bär auf seinem Weg…

In einem kleinen Waldstück wohnte ein kleiner Bär. Er lebte dort mit seiner Familie. Seine Schwester und einen noch kleineren Bruder, Der kleine Bär war ein immer vergnügter Bär. Er hatte an allem was er sah seine Freude. Still saß er am Ufer einen Baches und beobachtete  die Mücken wie sie im Sonnenlicht tanzen. Sie fliegen kleine und große Kreise und ziehen Spiralen der Sonne entgegen, Der kleine Bär überlegte, wie weit es wohl zur Sonne wäre. Einen Antwort ist ihm nicht eingefallen und so beschloss er am Abend seinen Vater zu fragen.

 Als er nach Hause kam, erwartete ihn schon die Familie und Vater fragte, nun mein Sohn, wo hast du den Fisch, den du uns zum Abendessen mitbringen solltest? Oh, jetzt war der kleine Bär sehr traurig und beschämt, hatte er doch über seine Freuden, seinen Auftrag vergessen. Hmm, brummte der Vater, wie gut dass deine Schwester ihren Auftrag erledigt hat. Nun haben wir zumindest ein paar Beeren und frische Kräuter zum Abendbrot. Der kleine Bär war tief traurig, dass er so schlecht für seine Familie gesorgt hatte und verließ mit hängendem Kopf die Höhle, in der sie alle lebten.

Vielleicht kann ich ja im Mondlicht noch einen Fisch fangen, sinnierte er vor sich her und ging wieder in Richtung Fluss. Der Mond stand hoch am Himmel und erhellte ihm mit silbrigen, weißen Licht den Weg. Kurz vor seinem Ziel war plötzlich ein heller, kreisförmiger Lichtschein und der Bär schaute verwundert hoch. Oh, wie schön, was für ein Strahlen ist das und versuchte das leuchtende silberne Licht einzufangen. Er bemerkte gar nicht, wie weit er sich wieder vom Fluss entfernte und tanzte voller Freude dem silbernen Licht hinterher.  Seine Freude ließ ihn hüpfen und machte ihn ganz warm im Bauch. Er lachte und sang.

 Plötzlich war das Licht weg und er blieb stehen. Was ist denn jetzt los, fragte er sich und sah sich verwundert um. Der Wald sieht so anders aus. Hier war ich noch nie. Hmm, dachte er und setzte sich auf den weichen Waldboden. Hmm, wie finde ich denn jetzt wieder zum Fluss und dann nach Hause. Und ja… ich wollte noch noch einen Fisch fangen, damit wir dann morgen zum Frühstück eine Mahlzeit haben. Der kleine Bär war plötzlich ganz traurig. Habe ich wieder über meine Freude alles vergessen und jetzt habe ich mich auch noch verlaufen. Wo führt das nur hin. Was mache ich jetzt nur. Kleine Bärentränen liefen über seine Wangen. Doch da, was ist das denn für ein Geräusch? Ein Brummen und summen und leises Singen, ein süßer Duft kroch ihm in die Bärennase. Hmm, dachte er, wo kommt das denn her. Da es jetzt stockfinster war, weil einige dunkle Wolken den Mond verdeckten, konnte er so gut wie nichts sehen. Hmm dann werde ich mal immer der Nase und den Ohren nachgehen, dachte er und schnüffelte los. Auf allen Vieren, immer einen Fuß nach dem anderen machte er sich auf den Weg. Immer in Richtung Geräusche und Duft. Er wurde immer schneller und fühlte sich sicher.  Plötzlich stiess er sich den Kopf an einem dicken alten Baum.

Aua, schrie er… wer steht mir da im Weg, wer bremst mich hier so unsanft ab? Der kleine Bär war etwas benommen und machte die Augen weit auf. Huii , das Summen ist laut und deutlich. Um ihn herum gaaanz viele Waldbienen und der Duft war so stark, das ihm das Wasser im Mund zusammenlief. Hallo guten Abend ihr Bienen, seid ihr immer noch am Nektar sammeln? Ihr könnt doch auch nichts sehen in dieser finsteren Nacht. Summmm brummm summm, brummm, die Bienen fingen an sich um ihn zu sammeln. Was machst du denn so spät noch hier im Wald, haben dich noch nie hier gesehen. Summm, brummm, summmm. Ohh, jetzt viel dem kleinen Bär wieder ein, was er eigentlich wollte. Für Frühstück sorgen und meine Eltern und Geschwister sind sicherlich auch schon ganz aufgelöst, weil ich ohne etwas zu sagen, gegangen bin. Da kullerten ihm wieder Tränen über die Kleinen Bärenwangen und die Bienensagten: Wein doch nicht, erzähle uns erst einmal, wie du hier her gekommen bist. Summm brummmm….

Der kleine Bär erzählte seine Geschichte, über die Mücken und das strahlen und die Aufregung und die Freude. Jetzt bemerkte der kleine Bär, wie ihm wieder der Bauch und das Herz ganz warm wurden. Die Erinnerung hat ihn wieder fröhlich gemacht. Die Bienen summten aufgeregt um ihn herum, besprachen sich, wie sie dem Bären wohl helfen könnten. Summmm sagte eine, er muss wieder nach Hause finden,,, summmm sagte eine andere, wir können den Wind bitten, die Wolken weg zu pusten, summm sagte wieder eine: Ja, das machen wir und dann strahlt der Mond wieder ganz hell und dann kann er den Fluss glitzern sehen und findet nach Hause. Summ, sagte wieder eine Andere: so können wir ihn nicht gehen lassen, er muss doch etwas zu Essen mitbringen, sonst war der Weg doch ganz umsonst und der Auftrag ist wieder nicht erledigt.  Hmmm, summm, summm, aufgeregt flogen die Bienen durcheinander und überlegten was sie tun könnten. Wir fragen  unsere Königin, ob wir dem kleinen Bären etwas von unserem Honig Vorrat mitgeben können. Au ja, das machen wir summten die Bienen fröhlich, einen Ausweg für den nächtlichen Gast gefunden zu haben.

Gesagt, getan flogen einige Abgeordnete zu der Bienenkönigin und sprachen vor. Summ, summm, brummm, meine Königin, wir haben ein Anliegen und trugen der Königin die Geschichte des kleinen Bären vor. Brummmm, summm brummm … die Königin überlegte, denn der Honigvorrat war für die Bienenkinder gedacht, sollte es keine gute Zeit im Sommer sein und sie über den Winter bringen, wenn es keine Blüten mehr gibt. Hmmm, sinnierte  sie, dieser Sommer ist voller Fülle an Blüten und beschert uns reichlich Nahrung. In Ordnung, versprecht mir weiterhin sehr fleißig für uns zu sammeln und ihr könnt dem Bären etwas abgeben. Juhu, wir können dir helfen, summten die Bienen um den kleinen Bären herum, juhu.

Nun überlegte der Bär, wie er denn den Honig nach Hause bekommen sollte und sah über sich ein großes Blatt, welches wie eine Tüte geformt war. Ja, dachte er, so kann es funktionieren. Er fragte das Blatt, ob es ihm als Gefäß dienen wolle und das Blatt wiegte sich im Wind, als wolle es ja sagen. Gut, der Wind treibt die Wolken weg.

 Der kleine Bär bedankte dich artig für den Honig und drehte sich langsam im Kreis. Wo ist denn nur der Fluss? Noch ein bisschen mehr lieber Wind, blase die Wolken davon. Langsam schob sich der Mond unter den Wolken hervor und ja, seht mal dahinten, hinter der Schonung glitzert es. Das muss der Fluss sein. Wieder erfüllte sich das Herz des kleinen Bären mit großer Freude und lief los. Vorsichtig, damit nur der Honig nicht aus dem Blatt fließt.  Die Bienen begleiteten ihn bis zum Fluss und summten dann ein auf Wieder sehen Lied.

 Der Mond glitzerte auf dem Wasser und der kleine Bär dachte: Bloß nicht wieder träumen, mein Ziel ist, den Honig nach Hause zu bringen. Er lief und folgte dem Glitzer Wasser. Plötzlich hörte er Rufe und blieb stehen. Kamen die Rufe doch aus der Richtung, in die er lief. Nun hielt ihn nichts mehr und er rannte, so schnell er mit dem Blatt voll Honig laufen konnte in die Richtung der Rufe. Da eine Gestalt und da, noch eine… Plötzlich stand er vor seiner Familie und alle waren sehr froh, den Kleinen Bären wiedergefunden zu haben. Selbst Vater Bär hatte ein Glitzern in seinen Augen und Mama Bär schloss ihn liebevoll in Ihre Arme. Mein Kind flüsterte sie, haben wir uns wieder gefunden. Seine Schwester und sein Bruder waren sehr aufgeregt und wollten alles wissen, was er erlebt hatte. Doch Vater sagte: Das hören wir morgen und etwas strenger. Jetzt wird geschlafen. Gleich geht die Sonne wieder auf. Bis dahin wollen wir in  der Höhle ruhen.

 Nach einigen Metern sah der Kleine Bär auch schon den Höhleneingang und war froh als er in seinem Bett die Augen zumachen konnte. Doch halt, was war das? Nun habe ich die Augen zu und sehe ein Leuchten und ein Glitzern. Wo kommt das her? Fragte er sich und eine leise Stimme aus seinem Herzen sagte:

Das ist die Freude deiner Seele. Sie strahlt und leuchtet, weil du dich an deine Freuden erinnerst und so immer deinem Licht, deiner Seele folgen kannst. Sehr müde und sehr glücklich und immer noch mit einem warmen Bauch schlief der kleine Bär nun ein.

 Eine wunderschöne gute Nacht mit süssen Träumen wünscht euch

Heike Nuß

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Autorin: Heike Nuß

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